O besedilu
Luna
- Vir
- Grimmove pravljice
- Avtor
- Jacob in Wilhelm Grimm
- Jezik branja
- English
- Jezik izvirnika
- Deutsch
- Čas branja
- 4 min branja
- Obseg
- 3 strani
- Naslov izvirnika
- Der Mond
O izvirniku
Grimmove pravljice
Gozdovi, čarobni predmeti in ljudska logika evropske pripovedne tradicije. Bralni jezik je English, izvirnik pa prihaja iz vira Grimmove pravljice v jeziku Deutsch.
Besedilo
Luna
Long ago there was a land where the nights were always dark and the sky lay spread above it like a black cloth, for the moon never rose there, and not a single star shone in the darkness. When the world was created, the supply of light for the night had run out. Once, four young men set out from this land on their travels and came to another kingdom, where, in the evening, when the sun had vanished behind the mountains, a shining globe sat in an oak tree, casting a gentle light far and wide. By its light everything could be clearly seen and told apart, though it was not as bright as the sun. The travellers stopped and asked a farmer who was driving past in his wagon what sort of light it was. 'That is the moon,' he answered. 'Our mayor bought it for three thalers and fastened it to the oak tree. Every day he must pour in oil and keep it clean so that it always burns brightly. For this we pay him one thaler a week.'
When the farmer had driven away, one of them said, 'We could do with that lamp. We have an oak tree at home just as tall, and we could hang it there. What a joy it would be not to have to grope about in the dark at night!' 'Do you know what?' said the second. 'Let us fetch a wagon and horses and carry the moon away. They can buy themselves another one here.' 'I am a good climber,' said the third. 'I shall soon bring it down!' The fourth fetched a wagon and horses, and the third climbed the tree, bored a hole in the moon, passed a rope through it, and lowered it to the ground. Once the shining globe lay in the wagon, they covered it with a cloth so that no one would notice the theft. They brought it safely back to their own land and set it in a tall oak. Young and old rejoiced as the new lamp shed its light over all the fields and filled their parlours and chambers. The dwarfs came out of their rocky caves, and the little elves in their red coats danced in rings upon the meadows.
The four kept the moon supplied with oil, trimmed its wick, and received their thaler every week. But they grew into old men, and when one of them fell ill and knew his death was near, he decreed that a quarter of the moon, being his property, should be buried with him. When he died, the mayor climbed the tree and cut off a quarter with a pair of hedge shears, and it was laid in the coffin. The moon's light dwindled, though scarcely enough to be noticed. When the second man died, the second quarter was buried with him, and the light grew dimmer. It grew fainter still after the death of the third, who likewise took his share with him, and when the fourth was laid in his grave, the old darkness returned. When people went out in the evening without a lantern, they bumped their heads together.
But when the pieces of the moon came together again in the underworld, the dead grew restless and awoke from their sleep in that place where darkness had always reigned. They were astonished to find that they could see again. The moonlight was enough for them, for their eyes had grown so weak that they could not have borne the brightness of the sun. They rose, grew merry, and took up their old ways of life. Some went off to play games and dance; others ran to the taverns, where they demanded wine, got drunk, caroused and quarrelled, and at last raised their cudgels and began beating one another. The uproar grew worse and worse, until it reached all the way to heaven.
Saint Peter, who guards the gate of heaven, thought that the underworld had risen in revolt, and summoned the heavenly hosts to drive back the Evil One should he and his companions attempt to storm the dwelling place of the blessed. But when they did not come, he mounted his horse and rode out through heaven's gate and down into the underworld. There he quieted the dead, told them to lie down in their graves again, and took the moon away with him and hung it high in the sky.
Izvirnik
Der Mond
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Ein Märchen der Brüder Grimm
Vorzeiten gab es ein Land, wo die Nacht immer dunkel und der Himmel wie ein schwarzes Tuch darüber gebreitet war, denn es ging dort niemals der Mond auf, und kein Stern blinkte in der Finsternis. Bei Erschaffung der Welt hatte das nächtliche Licht ausgereicht. Aus diesem Land gingen einmal vier Bursche auf die Wanderschaft und gelangten in ein anderes Reich, wo abends, wenn die Sonne hinter den Bergen verschwunden war, auf einem Eichbaum eine leuchtende Kugel stand, die weit und breit ein sanftes Licht ausgoß. Man konnte dabei alles wohl sehen und unterscheiden, wenn es auch nicht so glänzend wie die Sonne war. Die Wanderer standen still und fragten einen Bauer, der da mit seinem Wagen vorbeifuhr, was das für ein Licht sei. 'Das ist der Mond,' antwortete dieser, 'unser Schultheiß hat ihn für drei Taler gekauft und an den Eichbaum befestigt. Er muß täglich Öl aufgießen und ihn rein erhalten, damit er immer hell brennt. Dafür erhält er von uns wöchentlich einen Taler.'
Als der Bauer weggefahren war, sagte der eine von ihnen 'diese Lampe könnten wir brauchen, wir haben daheim einen Eichbaum, der ebenso groß ist, daran können wir sie hängen. Was für eine Freude, wenn wir nachts nicht in der Finsternis herumtappen!' 'Wißt ihr was?' sprach der zweite, 'wir wollen Wagen und Pferde holen und den Mond wegführen. Sie können sich hier einen andern kaufen.' 'Ich kann gut klettern,' sprach der dritte, 'ich will ihn schon herunterholen!' Der vierte brachte einen Wagen mit Pferden herbei, und der dritte stieg den Baum hinauf, bohrte ein Loch in den Mond, zog ein Seil hindurch und ließ ihn herab. Als die glänzende Kugel auf dem Wagen lag, deckten sie ein Tuch darüber, damit niemand den Raub bemerken sollte. Sie brachten ihn glücklich in ihr Land und stellten ihn auf eine hohe Eiche. Alte und Junge freuten sich, als die neue Lampe ihr Licht über alle Felder leuchten ließ und Stuben und Kammern damit erfüllte. Die Zwerge kamen aus den Felsenhöhlen hervor, und die kleinen Wichtelmänner tanzten in ihren roten Röckchen auf den Wiesen den Ringeltanz.
Die vier versorgten den Mond mit Öl, putzten den Docht und erhielten wöchentlich ihren Taler. Aber sie wurden alte Greise, und als der eine erkrankte und seinen Tod voraussah, verordnete er, daß der vierte Teil des Mondes als sein Eigentum ihm mit in das Grab sollte gegeben werden. Als er gestorben war, stieg der Schultheiß auf den Baum und schnitt mit der Heckenschere ein Viertel ab, das in den Sarg gelegt ward. Das Licht des Mondes nahm ab, aber noch nicht merklich. Als der zweite starb, ward ihm das zweite Viertel mitgegeben, und das Licht minderte sich. Noch schwächer ward es nach dem Tod des dritten, der gleichfalls seinen Teil mitnahm, und als der vierte ins Grab kam, trat die alte Finsternis wieder ein. Wenn die Leute abends ohne Laterne ausgingen, stießen sie mit den Köpfen zusammen.
Als aber die Teile des Monds in der Unterwelt sich wieder vereinigten, so wurden dort, wo immer Dunkelheit geherrscht hatte, die Toten unruhig und erwachten aus ihrem Schlaf. Sie erstaunten, als sie wieder sehen konnten: das Mondlicht war ihnen genug, denn ihre Augen waren so schwach geworden, daß sie den Glanz der Sonne nicht ertragen hätten. Sie erhoben sich, wurden lustig und nahmen ihre alte Lebensweise wieder an. Ein Teil ging zum Spiel und Tanz, andere liefen in die Wirtshäuser, wo sie Wein forderten, sich betranken, tobten und zankten, und endlich ihre Knüppel aufhoben und sich prügelten. Der Lärm ward immer ärger und drang endlich bis in den Himmel hinauf.
Der heilige Petrus, der das Himmelstor bewacht, glaubte, die Unterwelt wäre in Aufruhr geraten, und rief die himmlischen Heerscharen zusammen, die den bösen Feind, wenn er mit seinen Gesellen den Aufenthalt der Seligen stürmen wollte, zurückjagen sollten. Da sie aber nicht kamen, so setzte er sich auf sein Pferd und ritt durch das Himmelstor hinab in die Unterwelt. Da brachte er die Toten zur Ruhe, hieß sie sich wieder in ihre Gräber legen und nahm den Mond mit fort, den er oben am Himmel aufhing.
Nadaljuj z branjem