O besedilu
Stari Rinkrank
- Vir
- Grimmove pravljice
- Avtor
- Jacob in Wilhelm Grimm
- Jezik branja
- English
- Jezik izvirnika
- Deutsch
- Čas branja
- 4 min branja
- Obseg
- 4 strani
- Naslov izvirnika
- Oll Rinkrank
O izvirniku
Grimmove pravljice
Gozdovi, čarobni predmeti in ljudska logika evropske pripovedne tradicije. Bralni jezik je English, izvirnik pa prihaja iz vira Grimmove pravljice v jeziku Deutsch.
Besedilo
Stari Rinkrank
Once upon a time there was a king who had a daughter. He had a glass mountain made for her and declared that whoever could walk across it without falling should have his daughter for his wife. Now there was a young man who loved the princess with all his heart. He asked the king whether he might marry his daughter. “Yes,” said the king, if he could walk across the mountain without falling, he could have her. Then the princess said she would walk across with him and hold him up if he should stumble. So she set off across the mountain with him; but when they were halfway over, the princess slipped and fell, and the glass mountain opened beneath her. She plunged into it, and her bridegroom could not see where she had gone, for the mountain had closed again at once. He wept and lamented bitterly, and the king, too, was so grieved that he had the mountain broken apart, thinking he might bring her out again. But they could not find the place where she had fallen through.
Meanwhile, the princess had fallen deep down to the bottom of a great cavern. There an old fellow with a very long grey beard came towards her. He told her that if she would be his maid and do everything he commanded, she would be allowed to live; otherwise he would kill her. So she did everything he told her. In the morning he took his ladder out of his pocket, set it against the side of the mountain, and climbed out; then he pulled the ladder up after him. She had to cook his meals and make his bed and do all the work, and whenever he came home, he always brought a heap of gold and silver with him.
When she had been with him for many years and had grown quite old, he called her “Mistress Mansrot,” and she had to call him “Old Rinkrank.” One day, when he had gone out again, she made his bed and washed his dishes. Then she shut all the doors and windows tight, except for one little sliding window that let in the light; this she left open. When Old Rinkrank came home, he knocked at the door and called, “Mistress Mansrot, open the door for me!”
“No,” she said, “I shan’t open the door for you, Old Rinkrank.” Then he said, “Here stand I, poor Rinkrank, on my seventeen long legs, on my one golden foot (gilded foot). Mistress Mansrot, wash my dishes!”
“I have washed your dishes already!” she said. Then he said again, “Here stand I, poor Rinkrank, on my seventeen long legs, on my one golden foot. Mistress Mansrot, make my bed!”
“I have made your bed already,” she said. Then he said again, “Here stand I, poor Rinkrank, on my seventeen long legs, on my one golden foot. Mistress Mansrot, open the door for me!”
Then he ran all round his house and saw that the little window was open. “You must take a peep,” he thought, “and see what she is doing in there, and why she won’t open the door.” He tried to look through the little window, but his long beard kept him from getting his head through. So he pushed his beard through first, and as soon as he had done so, Mistress Mannsrot came up and pulled the window shut with a cord she had tied to it, trapping his beard fast. He began to howl pitifully, for it hurt him terribly, and begged her to let him go. But she said she would not do so until he gave her the ladder he used to climb out of the mountain. Whether he liked it or not, he had to tell her where the ladder was. Then she tied a very long cord to the sliding window, set up the ladder, and climbed out of the mountain. Once she was at the top, she pulled the window open. Then she went to her father and told him all that had happened to her. The king was overjoyed, and her bridegroom was still alive as well. So they went and dug open the mountain, and found Old Rinkrank inside with all his gold and silver. The king had Old Rinkrank put to death and carried away his gold and silver. The princess married her former bridegroom after all, and they lived in happiness and splendour, full of joy.
Izvirnik
Oll Rinkrank
Naslednje strani prikazujejo izvirno besedilo za primerjavo.
Ein Märchen der Brüder Grimm
Es war einmal ein König, und der hatte eine Tochter; der hatte er einen gläsernem Berg machen lassen und hatte gesagt: Wer darüber laufen könne, ohne zu fallen, der sollte seine Tochter zur Frau haben. Nun war da auch einer, der mochte die Königstochter von Herzen gern leiden. Der fragte den König, ob er seine Tochter nicht haben könnte? "Ja," sagte der König; wenn er über den Berg laufen könnte, ohne zu fallen, dann könnte er sie haben. Da sagte die Königstochter, sie wollte mit ihm hinüberlaufen und ihn halten, wenn er fallen sollte. Da lief sie nun mit ihm hinüber; wie sie aber mitten drauf waren, glitt die Königstochter aus und fiel, und der Glasberg öffnete sich, und sie stürzte da hinein, und der Bräutigam konnte nicht sehen, wo sie geblieben war; denn der Berg hatte sich gleich wieder geschlossen. Da jammerte und weinte er so sehr; und der König war auch so sehr traurig und ließ den Berg wieder wegbrechen und meinte, er könnte sie wieder herauskriegen; aber sie konnten die Stelle nicht finden, wo sie hinuntergefallen war.
Unterdessen war die Königstochter ganz tief auf den Grund in eine große Höhle gekommen. Da kam ihr so ein alter Kerl mit einem ganz langen grauen Bart entgegen; und er sagte, wenn sie seine Magd werden wollte und alles täte, was er ihr befehle, dann sollte sie am Leben bleiben; sonst würde er sie umbringen. Da tat sie alles, was er ihr sagte. Am Morgen nahm er seine Leiter aus der Tasche, legte sie an den Berg und stieg damit aus dem Berg heraus; und dann zog er die Leiter oben zu sich herauf. Und dann mußte sie sein Essen kochen und sein Bett machen und alle Arbeit tun; und dann, wenn er wieder nach Hause kam, brachte er immer einen Haufen Gold und Silber mit.
Als sie viel Jahre bei ihm gewesen und ganz alt geworden war, da nannte er sie 'Frau Mansrot', und sie mußte ihn 'Oll Rinkrank' nennen. Als er wieder einmal hinaus war, da machte sie ihm sein Bett und wusch seine Schüsseln. Und dann machte sie die Türen und Fenster alle dicht zu, und da war nur ein Schiebefenster, wo Licht hineinschien; das ließ sie offen. Als der alte Rinkrank nun wiederkam, da klopfte er an die Tür und rief: "Fro Mansrot, mach mir die Türe auf!"
"Nein," sagte sie, "ich tu' dir, oll Rinkrank, die Türe nicht auf." Da sagte er:
"Hir sta ik arme Rinkrank
up min söventein Benen lank,
up min en vergüllen Vot (vergoldeten Fuß),
Fro Mansrot, wask mi d'Schöttels!"
"Ich habe deine Schüsseln schon gewaschen!" sagte sie. Da sagte er wieder:
"Hir sta ik arme Rinkrank
up min söventein Benen lank,
up min en vergüllen Vot,
Fro Mansrot, mak mi't Bedd!"
"Ich habe dein Bett schon gemacht," sagte sie. Da sagte er wieder:
"Hir sta ik arme Rinkrank
up min söventein Benen lank,
up min en vergüllen Vot,
Fro Mansrot, do mi d'Dör apen!"
Da lief er rund um sein Haus und sah, daß die kleine Luke offen war; da dachte er: "Du mußt doch einmal nachgucken, was sie da wohl macht und warum sie die Tür nicht aufmachen will." Da will er nun durch die Luke hindurchgucken und kann den Kopf nicht durchkriegen wegen seinem langen Bart. Da steckt er seinen Bart erst durch die Luke, und als er ihn da hindurch gesteckt hatte, da kam die Frau Mannsrot herbei und zog die Luke grade mit einem Band zu, das sie daran gebunden hatte, und so blieb der Bart fest darin sitzen. Da fing er jämmerlich an zu schreien, das täte ihm so weh. Und da bat er sie, sie möchte ihn doch wieder loslassen. Da sagte sie: Eher nicht, als bis er ihr die Leiter gäbe, mit der er zum Berg heraussteige. Da mochte er nun wollen oder nicht, er mußte ihr sagen, wo die Leiter wäre. Da band sie ein ganz langes Band an das Schiebefenster, und dann legte sie die Leiter an und stieg aus dem Berg heraus; und wie sie oben ist, da zieht sie das Schiebefenster auf. Dann ging sie zu ihrem Vater und erzählte ihm, wie es ihr ergangen war. Da freute sich der König sehr, und ihr Bräutigam lebte auch noch. Und nun gingen sie hin und gruben den Berg auf und fanden den alten Rinkrank mit all seinem Gold und Silber darin. Da ließ der König den alten Rinkrank totmachen, und sein Gold und Silber nahm er mit sich, fort. Die Königstochter aber kriegte noch den früheren Bräutigam zum Mann, und sie lebten vergnügt und herrlich und in Freuden.
Nadaljuj z branjem