Waltey

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Starka v gozdu

Grimmove pravljice · Jacob in Wilhelm Grimm
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O besedilu

Starka v gozdu

Vir
Grimmove pravljice
Avtor
Jacob in Wilhelm Grimm
Jezik branja
English
Jezik izvirnika
Deutsch
Čas branja
5 min branja
Obseg
4 strani
Naslov izvirnika
Die Alte im Wald

O izvirniku

Grimmove pravljice

Gozdovi, čarobni predmeti in ljudska logika evropske pripovedne tradicije. Bralni jezik je English, izvirnik pa prihaja iz vira Grimmove pravljice v jeziku Deutsch.

Besedilo

Starka v gozdu

Once a poor servant girl was travelling with her master and his household through a great forest. When they were deep among the trees, robbers sprang from the thicket and murdered everyone they found. All were killed except the girl, who had leapt from the carriage in terror and hidden behind a tree. When the robbers had gone off with their plunder, she came out and saw the terrible misfortune. She began to weep bitterly and said, "What is a poor girl like me to do now? I cannot find my way out of the forest, and not a living soul dwells here. I am sure to starve." She wandered about, looking for a path, but could find none. When evening came, she sat down beneath a tree, commended herself to God, and resolved to remain there and go no farther, whatever might happen.

After she had been sitting there for a while, a little white dove flew up to her with a tiny golden key in its beak. It laid the key in her hand and said, "Do you see that great tree over there? There is a little lock in it. Open it with this key, and you will find food enough and need never go hungry again." So she went to the tree, unlocked it, and found milk in a little bowl, with white bread to crumble into it, enough to eat her fill. When she had finished, she said, "Now it is the hour when the chickens at home fly up to roost. I am so tired. If only I could lie down in my own bed too." Then the little dove flew back with another golden key in its beak and said, "Unlock that tree over there, and you will find a bed." She unlocked it and found a lovely, soft little bed. She prayed to dear God to watch over her through the night, lay down, and fell asleep. In the morning the dove came a third time, bringing another little key, and said, "Unlock that tree over there, and you will find clothes." When she opened it, she found clothes adorned with gold and precious stones, finer than any king's daughter possessed. And so she lived there for a time, and every day the little dove came and supplied all her needs, and it was a peaceful, happy life.

One day, however, the little dove came and said, "Will you do something for me?" "With all my heart," said the girl. Then the dove said, "I will lead you to a little house. Go inside, and there, by the hearth in the middle of the room, an old woman will be sitting, and she will say, ‘Good day.’ But whatever you do, do not answer her, no matter what she may do. Instead, go on past her right-hand side, where there is a door. Open it, and you will come into a room where a great many rings of every kind lie on a table. Among them are splendid rings with glittering stones, but leave those where they are and look for a plain one, which must be among them too. Bring it back to me as quickly as you can."

The girl went to the little house and stepped through the doorway. There sat an old woman, whose eyes widened when she saw her, and who said, "Good day, my child." But the girl gave her no answer and walked towards the door. "Where are you going?" cried the old woman, catching hold of her skirt and trying to stop her. "This is my house, and no one may come in unless I wish it." But the girl remained silent, pulled herself free, and went straight into the room. There on the table lay an enormous heap of rings, glittering and shimmering before her eyes. She turned them over and searched for the plain one, but could not find it.

As she searched, she caught sight of the old woman creeping away with a birdcage in her hand. The girl went up to her and took the cage from her, and when she lifted it and looked inside, she saw a bird with the plain ring in its beak. She took the ring and ran joyfully out of the house, thinking the little white dove would come and fetch it, but it did not come. So she leaned against a tree to wait for it, and as she stood there, the tree seemed to grow soft and supple and lower its branches. All at once the branches twined around her and became two arms, and when she turned to look, the tree was a handsome man, who embraced her, kissed her tenderly, and said, "You have freed me from the spell and delivered me from the power of the old woman, who is an evil witch. She had turned me into a tree, and for a few hours each day I was a white dove. As long as she possessed the ring, I could not regain my human form." His servants and horses, whom she had also turned into trees, were now freed from the spell as well and stood beside him. Then they travelled to his kingdom, for he was a king's son, and they were married and lived happily.

Izvirnik

Die Alte im Wald

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Ein Märchen der Brüder Grimm

Es fuhr einmal ein armes Dienstmädchen mit seiner Herrschaft durch einen großen Wald, und als sie mitten darin waren, kamen Räuber aus dem Dickicht hervor und ermordeten, wen sie fanden. Da kamen alle miteinander um bis auf das Mädchen, das war in der Angst aus dem Wagen gesprungen und hatte sich hinter einem Baum verborgen. Wie die Räuber mit ihrer Beute fort waren, trat es herbei und sah das große Unglück. Da fing es an bitterlich zu weinen und sagte: "Was soll ich armes Mädchen nun anfangen, ich weiß mich nicht aus dem Wald herauszufinden, keine Menschenseele wohnt darin, so muß ich gewiß verhungern." Es ging herum, suchte einen Weg, konnte aber keinen finden. Als es Abend war, setzte es sich unter einen Baum, befahl sich Gott und wollte da sitzen bleiben und nicht weggehen, möchte geschehen, was immer wollte.

Als es aber eine Weile da gesessen hatte, kam ein weiß Täubchen zu ihm geflogen und hatte ein kleines, goldenes Schlüsselchen im Schnabel. Das Schlüsselchen legte es ihm in die Hand und sprach: "Siehst du dort den großen Baum, daran ist ein kleines Schloß, das schließ mit dem Schlüsselchen auf, so wirst du Speise genug finden und keinen Hunger mehr leiden." Da ging es zu dem Baum und schloß ihn auf und fand Milch in einem kleinen Schüsselchen und Weißbrot zum Einbrocken dabei, daß es sich satt essen konnte. Als es satt war, sprach es: "Jetzt ist es Zeit, wo die Hühner daheim auffliegen, ich bin so müde, könnt ich mich doch auch in mein Bett legen." Da kam das Täubchen wieder geflogen und brachte ein anderes goldenes Schlüsselchen im Schnabel und sagte: "Schließ dort den Baum auf, so wirst du ein Bett finden." Da schloß es auf und fand ein schönes, weiches Bettchen; da betete es zum lieben Gott, er möchte es behüten in der Nacht, legte sich und schlief ein. Am Morgen kam das Täubchen zum drittenmal, brachte wieder ein Schlüsselchen und sprach: "Schließ dort den Baum auf, da wirst du Kleider finden", und wie es aufschloß, fand es Kleider, mit Gold und Edelsteinen besetzt, so herrlich, wie sie keine Königstochter hat. Also lebte es da eine Zeitlang, und kam das Täubchen alle Tage und sorgte für alles, was es bedurfte, und war das ein stilles, gutes Leben.

Einmal aber kam das Täubchen und sprach: "Willst du mir etwas zuliebe tun?"

"Von Herzen gerne", sagte das Mädchen. Da sprach das Täubchen: "Ich will dich zu einem kleinen Häuschen führen, da geh hinein, mittendrein am Herd wird eine alte Frau sitzen und ›Guten Tag‹ sagen. Aber gib ihr beileibe keine Antwort, sie mag auch anfangen, was sie will, sondern geh zu ihrer rechten Hand weiter, da ist eine Türe, die mach auf, so wirst du in eine Stube kommen, wo eine Menge von Ringen allerlei Art auf dem Tisch liegt, darunter sind prächtige mit glitzerigen Steinen, die laß aber liegen und suche einen schlichten heraus, der auch darunter sein muß, und bring ihn zu mir her, so geschwind du kannst."

Das Mädchen ging zu dem Häuschen und trat zu der Türe ein; da saß eine Alte, die machte große Augen, wie sie es erblickte, und sprach: "Guten Tag, mein Kind." Es gab ihr aber keine Antwort und ging auf die Türe zu. "Wohinaus?" rief sie und faßte es beim Rock und wollte es festhalten, "das ist mein Haus, da darf niemand herein, wenn ich's nicht haben will." Aber das Mädchen schwieg still, machte sich von ihr los und ging gerade in die Stube hinein. Da lag nun auf dem Tisch eine übergroße Menge von Ringen, die glitzten und glimmerten ihm vor den Augen; es warf sie herum und suchte nach dem schlichten, konnte ihn aber nicht finden.

Wie es so suchte, sah es die Alte, wie sie daherschlich und einen Vogelkäfig in der Hand hatte und damit fort wollte. Da ging es auf sie zu und nahm ihr den Käfig aus der Hand, und wie es ihn aufhob und hineinsah, saß ein Vogel darin, der hatte den schlichten Ring im Schnabel. Da nahm es den Ring und lief ganz froh damit zum Haus hinaus und dachte, das weiße Täubchen würde kommen und den Ring holen, aber es kam nicht. Da lehnte es sich an einen Baum und wollte auf das Täubchen warten, und wie es so stand, da war es, als wäre der Baum weich und biegsam und senkte seine Zweige herab. Und auf einmal schlangen sich die Zweige um es herum und waren zwei Arme, und wie es sich umsah, war der Baum ein schöner Mann, der es umfaßte und herzlich küßte und sagte: "Du hast mich erlöst und aus der Gewalt der Alten befreit, die eine böse Hexe ist. Sie hatte mich in einen Baum verwandelt, und alle Tage ein paar Stunden war ich eine weiße Taube, und solang sie den Ring besaß, konnte ich meine menschliche Gestalt nicht wiedererhalten." Da waren auch seine Bedienten und Pferde von dem Zauber frei, die sie auch in Bäume verwandelt hatte, und standen neben ihm. Da fuhren sie fort in sein Reich, denn er war eines Königs Sohn, und sie heirateten sich und lebten glücklich.