Waltey

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Sova

Grimmove pravljice · Jacob in Wilhelm Grimm
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O besedilu

Sova

Vir
Grimmove pravljice
Avtor
Jacob in Wilhelm Grimm
Jezik branja
English
Jezik izvirnika
Deutsch
Čas branja
4 min branja
Obseg
4 strani
Naslov izvirnika
Die Eule

O izvirniku

Grimmove pravljice

Gozdovi, čarobni predmeti in ljudska logika evropske pripovedne tradicije. Bralni jezik je English, izvirnik pa prihaja iz vira Grimmove pravljice v jeziku Deutsch.

Besedilo

Sova

A few hundred years ago, when people were nowhere near as clever and cunning as they are today, a strange thing happened in a little town. One night, one of those great owls known as eagle owls happened to stray from the nearby forest into a townsman’s barn. When day broke, it dared not venture out of its hiding place for fear of the other birds, which raise a dreadful clamour whenever it shows itself. Now, when the servant came into the barn that morning to fetch some straw, he was so terrified at the sight of the owl sitting in a corner that he ran away and told his master there was a monster in the barn such as he had never seen in all his life: it rolled its eyes in its head and could swallow a man without a second thought. ‘I know what you’re like,’ said his master. ‘You’re brave enough when it comes to chasing a blackbird across a field, but if you see a dead hen lying on the ground, you fetch a stick before you dare go near it. I had better go and see for myself what sort of monster this is,’ he added, and strode boldly into the barn and looked about. But when he saw the strange and hideous creature with his own eyes, he was no less frightened than his servant. In a couple of bounds he was outside again, and he ran to his neighbours, imploring them to help him against an unknown and dangerous beast. Indeed, the whole town might be in peril if it broke out of the barn where it was lurking. A great noise and shouting arose in every street. The townspeople came armed with spears, pitchforks, scythes and axes, as though marching out against an enemy; at last the councillors appeared as well, with the mayor at their head. Once they had formed ranks in the marketplace, they marched to the barn and surrounded it on every side. Then one of the boldest stepped forward and went inside with his spear lowered, but a moment later he came running out again with a shriek, deathly pale and unable to utter a word. Two more ventured inside, but fared no better. At last a tall, strong man, famous for his deeds in battle, stepped forward and said, ‘You will never drive the monster away merely by looking at it. This calls for stern measures, but I see you have all turned into women, and not one of you dares bite the fox.’ He had armour, a sword and a spear brought to him, and armed himself. Everyone praised his courage, though many feared for his life. Both barn doors were thrown open, revealing the owl, which had meanwhile perched on a great crossbeam in the middle of the barn. He had a ladder brought, and as he set it in place and prepared to climb, they all called to him to bear himself like a man, and commended him to Saint George, who had slain the dragon. When he was nearly at the top, the owl saw that he was coming for it. Bewildered by the crowd and their shouting, and not knowing which way to turn, it rolled its eyes, ruffled its feathers, spread its wings, snapped its beak and cried ‘Tu-whit, tu-whoo!’ in a harsh voice. ‘Strike! Strike!’ the crowd outside shouted to the gallant hero. ‘If you were standing where I am,’ he answered, ‘you would not be shouting “Strike!”’ He did put his foot one rung higher, but then he began to tremble and, half fainting, made his way back down.

Now there was no one left who was willing to face the danger. ‘The monster,’ they said, ‘has poisoned and mortally wounded the strongest man among us merely by snapping its beak and breathing on him. Are the rest of us to stake our lives as well?’ They took counsel over what was to be done to save the whole town from destruction. For a long time all seemed hopeless, until at last the mayor found a way out. ‘My opinion,’ he said, ‘is that we should pay the owner out of the public purse for this barn and everything in it—grain, straw and hay—so that he suffers no loss, and then burn down the whole building with the dreadful beast inside it. That way, no one need risk his life. This is no time for saving money, and stinginess would be sadly misplaced.’ They all agreed. So the barn was set alight at all four corners, and the owl perished miserably in the flames. Whoever does not believe it may go there and ask for himself.

Izvirnik

Die Eule

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Ein Märchen der Brüder Grimm

Vor ein paar hundert Jahren, als die Leute noch lange nicht so klug und verschmitzt waren, als sie heutzutage sind, hat sich in einer kleinen Stadt eine seltsame Geschichte zugetragen. Von ungefähr war eine von den großen Eulen, die man Schuhu nennt, aus dem benachbarten Walde bei nächtlicher Weile in die Scheuer eines Bürgers geraten und wagte sich, als der Tag anbrach, aus Furcht vor den andern Vögeln, die, wenn sie sich blicken läßt, ein furchtbares Geschrei erheben, nicht wieder aus ihrem Schlupfwinkel heraus. Als nun der Hausknecht morgens in die Scheuer kam, um Stroh zu holen, erschrak er bei dem Anblick der Eule, die da in einer Ecke saß, so gewaltig, daß er fortlief und seinem Herrn ankündigte, ein Ungeheuer, wie er zeit seines Lebens keins erblickt hätte, säße in der Scheuer, drehte die Augen im Kopf herum und könnte einen ohne Umstände verschlingen. 'Ich kenne dich schon,' sagte der Herr, 'einer Amsel im Felde nachzujagen, dazu hast du Mut genug, aber wenn du ein totes Huhn liegen siehst, so holst du dir erst einen Stock, ehe du ihm nahe kommst. Ich muß nur selbst einmal nachsehen, was das für ein Ungeheuer ist,' setzte der Herr hinzu, ging ganz tapfer zur Scheuer hinein und blickte umher. Als er aber das seltsame und greuliche Tier mit eigenen Augen sah, so geriet er in nicht geringere Angst als der Knecht. Mit ein paar Sätzen sprang er hinaus, lief zu seinen Nachbarn und bat sie flehentlich, ihm gegen ein unbekanntes und gefährliches Tier Beistand zu leisten; ohnehin könnte die ganze Stadt in Gefahr kommen, wenn es aus der Scheuer, wo es säße, heraus bräche. Es entstand großer Lärm und Geschrei in allen Straßen: die Bürger kamen mit Spießen, Heugabeln, Sensen und Äxten bewaffnet herbei, als wollten sie gegen den Feind ausziehen: zuletzt erschienen auch die Herren des Rats mit dem Bürgermeister an der Spitze. Als sie sich auf dem Markt geordnet hatten, zogen sie zu der Scheuer und umringten sie von allen Seiten. Hierauf trat einer der beherztesten hervor und ging mit gefälltem Spieß hinein, kam aber gleich darauf mit einem Schrei und totenbleich wieder herausgelaufen, und konnte kein Wort hervorbringen. Noch zwei andere wagten sich hinein, es erging ihnen aber nicht besser. Endlich trat einer hervor, ein großer starker Mann, der wegen seiner Kriegstaten berühmt war, und sprach 'mit bloßem Ansehen werdet ihr das Ungetüm nicht vertreiben, hier muß Ernst gebraucht werden, aber ich sehe, daß ihr alle zu Weibern geworden seid und keiner den Fuchs beißen will.' Er ließ sich Harnisch, Schwert und Spieß bringen und rüstete sich. Alle rühmten seinen Mut, obgleich viele um sein Leben besorgt waren. Die beiden Scheuertore wurden aufgetan, und man erblickte die Eule, die sich indessen in die Mitte auf einen großen Querbalken gesetzt hatte. Er ließ eine Leiter herbeibringen, und als er sie anlegte und sich bereitete hinaufzusteigen, so riefen ihm alle zu, er solle sich männlich halten, und empfahlen ihn dem heiligen Georg, der den Drachen getötet hatte. Als er bald oben war, und die Eule sah, daß er an sie wollte, auch von der Menge und dem Geschrei des Volks verwirrt war und nicht wußte, wohinaus, so verdrehte sie die Augen, sträubte die Federn, sperrte die Flügel auf, gnappte mit dem Schnabel und ließ ihr schuhu, schuhu mit rauher Stimme hören. 'Stoß zu, stoß zu!' rief die Menge draußen dem tapfern Helden zu. 'Wer hier stände, wo ich stehe,' antwortete er, 'der würde nicht stoß zu rufen.' Er setzte zwar den Fuß noch eine Staffel höher, dann aber fing er an zu zittern und machte sich halb ohnmächtig auf den Rückweg.

Nun war keiner mehr übrig, der sich in die Gefahr hätte begeben wollen. 'Das Ungeheuer,' sagten sie, 'hat den stärksten Mann, der unter uns zu finden war, durch sein Gnappen und Anhauchen allein vergiftet und tödlich verwundet, sollen wir andern auch unser Leben in die Schanze schlagen?' Sie ratschlagten, was zu tun wäre, wenn die ganze Stadt nicht sollte zugrunde gehen. Lange Zeit schien alles vergeblich, bis endlich der Bürgermeister einen Ausweg fand. 'Meine Meinung geht dahin,' sprach er, 'daß wir aus gemeinem Säckel diese Scheuer samt allem, was darinliegt, Getreide, Stroh und Heu, dem Eigentümer bezahlen und ihn schadlos halten, dann aber das ganze Gebäude und mit ihm das fürchterliche Tier abbrennen, so braucht doch niemand sein Leben daran zu setzen. Hier ist keine Gelegenheit zu sparen, und Knauserei wäre übel angewendet.' Alle stimmten ihm bei. Also ward die Scheuer an vier Ecken angezündet, und mit ihr die Eule jämmerlich verbrannt. Wers nicht glauben will, der gehe hin und frage selbst nach.