Waltey
Velikan in krojač
Grimmove pravljice · Jacob in Wilhelm GrimmO besedilu
Velikan in krojač
- Vir
- Grimmove pravljice
- Avtor
- Jacob in Wilhelm Grimm
- Jezik branja
- English
- Jezik izvirnika
- Deutsch
- Čas branja
- 4 min branja
- Obseg
- 3 strani
- Naslov izvirnika
- Der Riese und der Schneider
O izvirniku
Grimmove pravljice
Gozdovi, čarobni predmeti in ljudska logika evropske pripovedne tradicije. Bralni jezik je English, izvirnik pa prihaja iz vira Grimmove pravljice v jeziku Deutsch.
Besedilo
Velikan in krojač
A tailor who was a great boaster but a poor payer took it into his head to go out for a while and have a look around the forest. As soon as he could, he left his workshop and went wandering over bridges and footbridges, now here, now there, on and on.
Once he was out in the open, he caught sight of a steep mountain in the blue distance, and beyond it a tower as high as the sky, rising out of a wild, dark forest. “Thunder and lightning!” cried the tailor. “What is that?” And since his curiosity was keenly aroused, he strode boldly towards it. But how he gaped and stared when he drew near! The tower had legs, leapt over the steep mountain in a single bound, and stood before the tailor as a mighty giant. “What do you want here, you tiny fly’s leg?” he roared in a voice like thunder rolling in from every side. The tailor whispered, “I want to look around and see whether I can earn my daily bread in the forest.” “If that’s what you’re after,” said the giant, “you can enter my service.” “If I must, why not? But what wages shall I get?” “What wages shall you get?” said the giant. “I’ll tell you. Three hundred and sixty-five days a year, and if it’s a leap year, one more into the bargain. Does that suit you?” “Suits me,” answered the tailor, thinking to himself, “One must cut one’s coat according to one’s cloth. I’ll find a way to get free again soon enough.” Then the giant said to him, “Go, you little rascal, and fetch me a jug of water.” “Why not the whole well, spring and all?” asked the braggart, and went off to the water with the jug. “What? The whole well, spring and all?” muttered the giant into his beard, for he was rather clumsy and foolish, and he began to feel afraid. “That fellow can do more than roast apples: he’s got a mandrake spirit inside him. Be on your guard, old Hans; this is no servant for you.” When the tailor had brought the water, the giant ordered him to chop a few logs in the forest and carry them home. “Why not the whole forest at a single stroke, the whole forest, young and old, with all it holds, gnarled and smooth?”
asked the little tailor, and went off to chop the wood. “What? The whole forest, young and old, with all it holds, gnarled and smooth? And the whole well, spring and all?” muttered the gullible giant into his beard, growing more frightened still. “That fellow can do more than roast apples: he’s got a mandrake spirit inside him. Be on your guard, old Hans; this is no servant for you.” When the tailor had brought the wood, the giant ordered him to shoot two or three wild boars for supper. “Why not a thousand with a single shot, and bring them all here?” asked the conceited tailor. “What?” cried the cowardly giant, thoroughly alarmed. “That will do for today. Go and lie down to sleep.”
The giant was so terribly frightened that he could not sleep a wink all night, but lay turning over in his mind how he might rid himself of this accursed sorcerer of a servant as soon as possible. Time would bring an answer. The next morning, the giant and the tailor went to a marsh with a great many willow trees growing all around it. Then the giant said, “Listen, tailor, sit down on one of those willow shoots. I should dearly love to see whether you can bend it down.” In a flash the little tailor was perched on top, holding his breath and making himself so heavy that the shoot bent down. But when he had to draw breath again, it flung him so high into the air that he could no longer be seen, much to the giant’s delight, for unfortunately he had not put a tailor’s iron in his pocket. If he has not fallen down again, he must still be floating about up in the air.
Izvirnik
Der Riese und der Schneider
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Ein Märchen der Brüder Grimm
Einem Schneider, der ein großer Prahler war, aber ein schlechter Zahler, kam es in den Sinn, ein wenig auszugehen und sich in dem Wald umzuschauen. Sobald er nur konnte, verließ er seine Werkstatt,
wanderte seinen Weg
über Brücke und Steg,
bald da, bald dort,
immer fort und fort.
Als er nun draußen war, erblickte er in der blauen Ferne einen steilen Berg und dahinter einen himmelhohen Turm, der aus einem wilden und finstern Wald hervorragte. "Potz Blitz!" rief der Schneider, "was ist das?" und weil ihn die Neugierde gewaltig stach, so ging er frisch drauf los. Was sperrte er aber Maul und Augen auf, als er in die Nähe kam, denn der Turm hatte Beine, sprang in einem Satz über den steilen Berg und stand als ein großmächtiger Riese vor dem Schneider. "Was willst du hier, du winziges Fliegenbein," rief der mit einer Stimme, als wenns von allen Seiten donnerte. Der Schneider wisperte: "Ich will mich umschauen, ob ich mein Stückchen Brot in dem Wald verdienen kann." - "Wenns um die Zeit ist," sagte der Riese, "so kannst du ja bei mir im Dienst eintreten." - "Wenns sein muß, warum das nicht? Was krieg ich aber für einen Lohn?" - "Was du für einen Lohn kriegst?" sagte der Riese, "das sollst du hören. Jährlich dreihundertfünfundsechzig Tage, und wenns ein Schaltjahr ist, noch einen obendrein. Ist dir das recht?" - "Meinetwegen," antwortete der Schneider und dachte in seinem Sinn: "Man muß sich strecken nach seiner Decke. Ich such mich bald wieder loszumachen." Darauf sprach der Riese zu ihm: "Geh, kleiner Halunke, und hol mir einen Krug Wasser." - "Warum nicht lieber gleich den Brunnen mitsamt der Quelle?" fragte der Prahlhans und ging mit dem Krug zum Wasser. "Was? Den Brunnen mitsamt der Quelle?" brummte der Riese, der ein bißchen tölpisch und albern war, in den Bart hinein und fing an sich zu fürchten, "der Kerl kann mehr als Äpfel braten: der hat einen Alraun im Leib. Sei auf deiner Hut, alter Hans, das ist kein Diener für dich." Als der Schneider das Wasser gebracht hatte, befahl ihm der Riese, in dem Wald ein paar Scheite Holz zu hauen und heim zu tragen. "Warum nicht lieber den ganzen Wald mit einem Streich,
den ganzen Wald
mit jung und alt,
mit allem, was er hat,
knorzig und glatt?"
fragte das Schneiderlein, und ging das Holz hauen. "Was?
den ganzen Wald
mit jung und alt,
mit allem, was er hat,
knorzig und glatt?
und den Brunnen mitsamt der Quelle?" brummte der leichtgläubige Riese in den Bart und fürchtete sich noch mehr, "der Kerl kann mehr als Äpfel braten, der hat einen Alraun im Leib. Sei auf deiner Hut, alter Hans, das ist kein Diener für dich." Wie der Schneider das Holz gebracht hatte, befahl ihm der Riese, zwei oder drei wilde Schweine zum Abendessen zu schießen. "Warum nicht lieber gleich tausend auf einen Schuß, und die alle hierher?" fragte der hoffärtige Schneider. "Was?" rief der Hasenfuß von einem Riesen und war heftig erschrocken, "laß es nur für heute gut sein und lege dich schlafen."
Der Riese fürchtete sich so gewaltig, daß er die ganze Nacht kein Auge zutun konnte und hin- und herdachte, wie ers anfangen sollte, um sich den verwünschten Hexenmeister von Diener je eher je lieber vom Hals zu schaffen. Kommt Zeit, kommt Rat. Am andern Morgen gingen der Riese und der Schneider zu einem Sumpf, um den ringsherum eine Menge Weidenbäume standen. Da sprach der Riese: "Hör einmal, Schneider, setz dich auf eine von den Weidenruten, ich möchte um mein Leben gern sehen, ob du imstand bist, sie herabzubiegen." Husch, saß das Schneiderlein oben, hielt den Atem ein und machte sich schwer, so schwer, daß sich die Gerte niederbog. Als er aber wieder Atem schöpfen mußte, da schnellte sie ihn, weil er zum Unglück kein Bügeleisen in die Tasche gesteckt hatte, zu großer Freude des Riesen so weit in die Höhe, daß man ihn gar nicht mehr sehen konnte. Wenn er nicht wieder heruntergefallen ist, so wird er wohl noch oben in der Luft herumschweben.
Nadaljuj z branjem