O besedilu
Tri predice
- Vir
- Grimmove pravljice
- Avtor
- Jacob in Wilhelm Grimm
- Jezik branja
- English
- Jezik izvirnika
- Deutsch
- Čas branja
- 5 min branja
- Obseg
- 4 strani
- Naslov izvirnika
- Die drei Spinnerinnen
O izvirniku
Grimmove pravljice
Gozdovi, čarobni predmeti in ljudska logika evropske pripovedne tradicije. Bralni jezik je English, izvirnik pa prihaja iz vira Grimmove pravljice v jeziku Deutsch.
Besedilo
Tri predice
There was once a lazy girl who would not spin, and whatever her mother said, she could not make her do it. At last, one day, the mother was so overcome with anger and impatience that she beat the girl, who began to weep aloud. Just then the queen was passing by, and when she heard the weeping, she ordered her carriage to stop, went into the house, and asked the mother why she was beating her daughter so that her cries could be heard out in the street. The woman was ashamed to admit how lazy her daughter was, so she said, "I cannot keep her from spinning. She wants to spin for ever and ever, and I am poor and cannot find enough flax for her." The queen replied, "There is no sound I like better than spinning, and nothing makes me happier than the whirring of the wheels. Let your daughter come with me to the palace. I have flax enough, and there she may spin to her heart's content." The mother was delighted to agree, and the queen took the girl away with her.
When they reached the palace, the queen led her upstairs to three rooms filled from floor to ceiling with the finest flax. "Now spin this flax for me," she said, "and if you can finish it, you shall have my eldest son for your husband. Poor though you are, I care nothing for that. Your tireless industry is dowry enough." The girl's heart sank, for she could not have spun all that flax even if she had lived for three hundred years and sat at it every day from morning till night. When she was alone, she began to weep, and sat that way for three days without lifting a hand. On the third day the queen came, and was astonished to see that nothing had yet been spun. But the girl excused herself by saying that she had been too distressed at being taken from her mother's home to begin. The queen accepted this, but as she left she said, "Tomorrow you must begin work."
When the girl was alone again, she no longer knew what to do or where to turn, and in her misery she went to the window. There she saw three women approaching. The first had a broad, flat foot, the second had a lower lip so large that it hung down over her chin, and the third had a broad thumb. They stopped beneath the window, looked up, and asked the girl what was wrong. She told them her troubles, and they offered to help her, saying, "If you will invite us to your wedding, not be ashamed of us, call us your cousins, and give us places at your table, we will spin all your flax for you, and in very little time."
"With all my heart," she answered. "Only come in and begin work at once." She let the three strange women in and cleared a space in the first room, where they sat down and began their spinning. One drew out the thread and trod the wheel, the second moistened the thread, and the third twisted it and tapped her finger on the table. At every tap, a skein of yarn fell to the floor, spun as finely as could be. The girl kept the three spinners hidden from the queen, and whenever she came, showed her the great quantity of yarn they had spun, so that the queen could not praise her enough. When the first room was empty, they set to work on the second, and finally the third, which was soon cleared as well. Then the three women took their leave, saying to the girl, "Do not forget what you have promised us. Your good fortune depends on it."
When the girl showed the queen the empty rooms and the great heap of yarn, the queen arranged the wedding. The bridegroom was delighted to be getting such a clever, hardworking wife, and praised her to the skies.
"I have three cousins," said the girl, "and as they have done me many kindnesses, I should not like to forget them in my good fortune. Please allow me to invite them to the wedding and give them places at our table." The queen and the bridegroom said, "Why should we not allow it?"
When the feast began, the three maidens entered in strange attire, and the bride said, "Welcome, dear cousins." "Oh," said the bridegroom, "how do you come to have such ugly relations?" Then he went up to the one with the broad, flat foot and asked, "How did you come to have such a broad foot?"
"From treading," she answered, "from treading." Then the bridegroom went to the second and said, "How did you come to have that drooping lip?" "From licking," she answered, "from licking."
Then he asked the third, "How did you come to have such a broad thumb?" "From twisting thread," she answered, "from twisting thread." At this the prince was horrified and said, "Then my beautiful bride shall never, ever touch a spinning wheel again." And so she was rid of that wretched flax-spinning.
Izvirnik
Die drei Spinnerinnen
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Ein Märchen der Brüder Grimm
Es war ein Mädchen faul und wollte nicht spinnen, und die Mutter mochte sagen, was sie wollte, sie konnte es nicht dazu bringen. Endlich überkam die Mutter einmal Zorn und Ungeduld, daß sie ihm Schläge gab, worüber es laut zu weinen anfing. Nun fuhr gerade die Königin vorbei, und als sie das Weinen hörte, ließ sie anhalten, trat in das Haus und fragte die Mutter, warum sie ihre Tochter schlüge, daß man draußen auf der Straße das Schreien hörte. Da schämte sich die Frau, daß sie die Faulheit ihrer Tochter offenbaren sollte, und sprach: "Ich kann sie nicht vom Spinnen abbringen, sie will immer und ewig spinnen, und ich bin arm und kann den Flachs nicht herbeischaffen." Da antwortete die Königin: "Ich höre nichts lieber als spinnen und bin nicht vergnügter, als wenn die Räder schnurren. Gebt mir Eure Tochter mit ins Schloß, ich habe Flachs genug, da soll sie spinnen, soviel sie Lust hat." Die Mutter war's von Herzen gerne zufrieden, und die Königin nahm das Mädchen mit.
Als sie ins Schloß gekommen waren, führte sie es hinauf zu drei Kammern, die lagen von unten bis oben voll vom schönsten Flachs.
"Nun spinn mir diesen Flachs," sprach sie, "und wenn du es fertigbringst, so sollst du meinen ältesten Sohn zum Gemahl haben; bist du gleich arm, so acht ich nicht darauf, dein unverdroßner Fleiß ist Ausstattung genug." Das Mädchen erschrak innerlich, denn es konnte den Flachs nicht spinnen, und wär's dreihundert Jahre alt geworden und hätte jeden Tag vom Morgen bis Abend dabeigesessen. Als es nun allein war, fing es an zu weinen und saß so drei Tage, ohne die Hand zu rühren. Am dritten Tage kam die Königin, und als sie sah, daß noch nichts gesponnen war, verwunderte sie sich, aber das Mädchen entschuldigte sich damit, daß es vor großer Betrübnis über die Entfernung aus seiner Mutter Haus noch nicht hätte anfangen können. Das ließ sich die Königin gefallen, sagte aber beim Weggehen: "Morgen mußt du mir anfangen zu arbeiten."
Als das Mädchen wieder allein war, wußte es sich nicht mehr zu raten und zu helfen und trat in seiner Betrübnis vor das Fenster. Da sah es drei Weiber herkommen, davon hatte die erste einen breiten Plattfuß, die zweite hatte eine so große Unterlippe, daß sie über das Kinn herunterhing, und die dritte hatte einen breiten Daumen. Die blieben vor dem Fenster stehen, schauten hinauf und fragten das Mädchen, was ihm fehlte. Es klagte ihnen seine Not, da trugen sie ihm ihre Hilfe an und sprachen: "Willst du uns zur Hochzeit einladen, dich unser nicht schämen und uns deine Basen heißen, auch an deinen Tisch setzen, so wollen wir dir den Flachs wegspinnen, und das in kurzer Zeit."
"Von Herzen gern," antwortete es, "kommt nur herein und fangt gleich die Arbeit an."
Da ließ es die drei seltsamen Weiber herein und machte in der ersten Kammer eine Lücke, wo sie sich hinsetzten und ihr Spinnen anhuben. Die eine zog den Faden und trat das Rad, die andere netzte den Faden, die dritte drehte ihn und schlug mit dem Finger auf den Tisch, und sooft sie schlug, fiel eine Zahl Garn zur Erde, und das war aufs feinste gesponnen. Vor der Königin verbarg sie die drei Spinnerinnen und zeigte ihr, sooft sie kam, die Menge des gesponnenen Garns, daß diese des Lobes kein Ende fand. Als die erste Kammer leer war, ging's an die zweite, endlich an die dritte, und die war auch bald aufgeräumt. Nun nahmen die drei Weiber Abschied und sagten zum Mädchen: "Vergiß nicht, was du uns versprochen hast, es wird dein Glück sein."
Als das Mädchen der Königin die leeren Kammern und den großen Haufen Garn zeigte, richtete sie die Hochzeit aus, und der Bräutigam freute sich, daß er eine so geschickte und fleißige Frau bekäme, und lobte sie gewaltig.
"Ich habe drei Basen," sprach das Mädchen, "und da sie mir viel Gutes getan haben, so wollte ich sie nicht gern in meinem Glück vergessen. Erlaubt doch, daß ich sie zu der Hochzeit einlade und daß sie mit an dem Tisch sitzen." Die Königin und der Bräutigam sprachen: "Warum sollen wir das nicht erlauben?"
Als nun das Fest anhub, traten die drei Jungfern in wunderlicher Tracht herein, und die Braut sprach: "Seid willkommen, liebe Basen."
"Ach," sagte der Bräutigam, "wie kommst du zu der garstigen Freundschaft?" Darauf ging er zu der einen mit dem breiten Plattfuß und fragte: "Wovon habt Ihr einen solchen breiten Fuß?"
"Vom Treten," antwortete sie, "vom Treten." Da ging der Bräutigam zur zweiten und sprach: "Wovon habt Ihr nur die herunterhängende Lippe?"
"Vom Lecken," antwortete sie, "vom Lecken."
Da fragte er die dritte: "Wovon habt Ihr den breiten Daumen?"
"Vom Fadendrehen," antwortete sie, "vom Fadendrehen." Da erschrak der Königssohn und sprach: "So soll mir nun und nimmermehr meine schöne Braut ein Spinnrad anrühren." Damit war sie das böse Flachsspinnen los.
Nadaljuj z branjem