Waltey

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Stržek in medved

Grimmove pravljice · Jacob in Wilhelm Grimm
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O besedilu

Stržek in medved

Vir
Grimmove pravljice
Avtor
Jacob in Wilhelm Grimm
Jezik branja
English
Jezik izvirnika
Deutsch
Čas branja
5 min branja
Obseg
4 strani
Naslov izvirnika
Der Zaunkönig und der Bär

O izvirniku

Grimmove pravljice

Gozdovi, čarobni predmeti in ljudska logika evropske pripovedne tradicije. Bralni jezik je English, izvirnik pa prihaja iz vira Grimmove pravljice v jeziku Deutsch.

Besedilo

Stržek in medved

One summer’s day, the bear and the wolf were walking in the forest when the bear heard a bird singing so sweetly that he said, ‘Brother Wolf, what bird is that, singing so beautifully?’ ‘That is the king of the birds,’ said the wolf, ‘and we must bow before him.’ It was the wren. ‘If that is so,’ said the bear, ‘I should very much like to see his royal palace. Come and show me the way.’ ‘It is not as simple as you think,’ said the wolf. ‘You must wait until the queen arrives.’ Soon the queen came with food in her beak, and the king came too, for they were going to feed their young. The bear would gladly have followed them straight in, but the wolf held him by the sleeve and said, ‘No, you must wait until the king and queen have gone away again.’ So they marked the hollow where the nest lay and trotted off. But the bear could not rest, so eager was he to see the royal palace, and after a little while he went back. Sure enough, the king and queen had flown away. He peered inside and saw five or six young birds lying there. ‘Is this the royal palace?’ cried the bear. ‘What a wretched palace! And you are no royal children either—you are baseborn brats.’ When the young wrens heard this, they grew terribly angry and cried, ‘No, we are not! Our parents are honest folk. Bear, you shall answer for this!’ The bear and the wolf took fright, turned back, and hid in their dens. But the young wrens went on crying and making a great commotion, and when their parents returned with food, they said, ‘We will not touch so much as a fly’s leg, even if we starve, until you have settled whether we are respectable children or not. The bear has been here and insulted us.’ ‘Now, now, be quiet,’ said the old king. ‘This shall be settled.’ Then he flew with the queen to the bear’s den and called inside, ‘You old growler, why have you insulted my children? You shall pay dearly for it. We shall settle this in a bloody war!’ And so war was declared on the bear, and all the four-footed creatures were summoned: oxen, donkeys, cattle, stags, roe deer, and every other beast that walks the earth. The wren, meanwhile, called together everything that flies through the air—not only birds great and small, but gnats, hornets, bees, and flies as well.

When the time came for the war to begin, the wren sent out scouts to discover who was commanding the enemy’s army. The gnat, the craftiest of them all, flew about in the forest where the enemy was gathering, and at last settled beneath a leaf on the tree where the orders were being given. There stood the bear, who called the fox before him and said, ‘Fox, you are the cleverest of all the beasts. You shall be our general and lead us.’ ‘Very well,’ said the fox, ‘but what signal shall we agree upon?’ No one could think of one. Then the fox said, ‘I have a fine, long, bushy tail that looks almost like a red plume. When I hold my tail high, all is going well, and you must march forward. But if I let it hang down, run as fast as you can.’ When the gnat had heard this, she flew home and told the wren every last detail.

When the day of battle dawned, oh, how the four-footed beasts came charging up with such a roar that the earth trembled! The wren and his army came through the air, humming, shrieking, and swarming so fiercely that it was enough to fill anyone with dread, and the two sides fell upon each other. But the wren sent the hornet down to settle beneath the fox’s tail and sting him with all her might. At the first sting, the fox flinched and lifted one leg, but he bore the pain and kept his tail high. At the second sting, he had to lower it for a moment. But at the third he could stand no more: he cried out and tucked his tail between his legs. When the beasts saw this, they thought all was lost and took to their heels, each running back to his own den. And so the birds won the battle.

Then the king and queen flew home to their children and cried, ‘Children, rejoice! Eat and drink to your hearts’ content, for we have won the war!’ But the young wrens said, ‘We will not eat yet. First the bear must come to our nest and beg our pardon, and say that we are respectable children.’ So the wren flew to the entrance of the bear’s den and called, ‘Growler, you must go to my children’s nest and beg their pardon, and say that they are respectable children, or every rib in your body shall be trampled to pieces!’ Trembling with fear, the bear crept over and begged their pardon. Only then were the young wrens satisfied. They settled down together, ate and drank, and made merry far into the night.

Izvirnik

Der Zaunkönig und der Bär

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Ein Märchen der Brüder Grimm

Zur Sommerszeit gingen einmal der Bär und der Wolf im Wald spazieren, da hörte der Bär so schönen Gesang von einem Vogel und sprach 'Bruder Wolf, was ist das für ein Vogel, der so schön singt?' 'Das ist der König der Vögel,' sagte der Wolf, 'vor dem müssen wir uns neigen;' es war aber der Zaunkönig. 'Wenn das ist,' sagte der Bär, 'so möcht ich auch gerne seinen königlichen Palast sehen, komm und führe mich hin.' 'Das geht nicht so, wie du meinst,' sprach der Wolf, 'du mußt warten, bis die Frau Königin kommt.' Bald darauf kam die Frau Königin und hatte Futter im Schnabel, und der Herr König auch, und wollten ihre Jungen ätzen. Der Bär wäre gerne nun gleich hinterdrein gegangen, aber der Wolf hielt ihn am Ärmel und sagte 'nein, du mußt warten, bis Herr und Frau Königin wieder fort sind.' Also nahmen sie das Loch in acht, wo das Nest stand, und trabten wieder ab. Der Bär aber hatte keine Ruhe, wollte den königlichen Palast sehen, und ging nach einer kurzen Weile wieder vor. Da waren König und Königin richtig ausgeflogen: er guckte hinein und sah fünf oder sechs Junge, die lagen darin. 'Ist das der königliche Palast!, rief der Bär, 'das ist ein erbärmlicher Palast! ihr seid auch keine Königskinder, ihr seid unehrliche Kinder.' Wie das die jungen Zaunkönige hörten, wurden sie gewaltig bös und schrien 'nein, das sind wir nicht, unsere Eltern sind ehrliche Leute; Bär, das soll ausgemacht werden mit dir.' Dem Bär und dem Wolf ward angst, sie kehrten um und setzten sich in ihre Höhlen. Die jungen Zaunkönige aber schrien und lärmten fort, und als ihre Eltern wieder Futter brachten, sagten sie 'wir rühren kein Fliegenbeinchen an, und sollten wir verhungern, bis ihr erst ausgemacht habt, ob wir ehrliche Kinder sind oder nicht: der Bär ist da gewesen und hat uns gescholten.' Da sagte der alte König 'seid nu r ruhig, das soll ausgemacht werden.' Flog darauf mit der Frau Königin dem Bären vor seine Höhle und rief hinein 'alter Brummbär, warum hast du meine Kinder gescholten? das soll dir übel bekommen, das wollen wir in einem blutigen Krieg ausmachen.' Also war dem Bären der Krieg angekündigt, und ward alles vierfüßige Getier berufen, Ochs, Esel, Rind, Hirsch, Reh, und was die Erde sonst alles trägt. Der Zaunkönig aber berief alles, was in der Luft fliegt; nicht allein die Vögel groß und klein, sondern auch die Mücken, Hornissen, Bienen und Fliegen mußten herbei.

Als nun die Zeit kam, wo der Krieg angehen sollte, da schickte der Zaunkönig Kundschafter aus, wer der kommandierende General des Feindes wäre. Die Mücke war die Listigste von allen, schwärmte im Wald, wo der Feind sich versammelte, und setzte sich endlich unter ein Blatt auf den Baum, wo die Parole ausgegeben wurde. Da stand der Bär, rief den Fuchs vor sich und sprach 'Fuchs, du bist der Schlauste unter allem Getier, du sollst General sein und uns anführen.' 'Gut,' sagte der Fuchs, 'aber was für Zeichen wollen wir verabreden?' Niemand wußte es. Da sprach der Fuchs 'ich habe einen schönen langen buschigen Schwanz, der sieht aus fast wie ein roter Federbusch; wenn ich den Schwanz in die Höhe halte, so geht die Sache gut, und ihr müßt darauflos marschieren: laß ich ihn aber herunterhängen, so lauft, was ihr könnt.' Als die Mücke das gehört hatte, flog sie wieder heim und verriet dem Zaunkönig alles haarklein.

Als der Tag anbrach, wo die Schlacht sollte geliefert werden, hu, da kam das vierfüßige Getier dahergerennt mit Gebraus, daß die Erde zitterte; Zaunkönig mit seiner Armee kam auch durch die Luft daher, die schnurrte, schrie und schwärmte, daß einem angst und bange ward; und gingen sie da von beiden Seiten aneinander. Der Zaunkönig aber schickte die Hornisse hinab, sie sollte sich dem Fuchs unter den Schwanz setzen und aus Leibeskräften stechen. Wie nun der Fuchs den ersten Stich bekam, zuckte er, daß er das eine Bein aufhob, doch ertrug ers und hielt den Schwanz noch in der Höhe: beim zweiten Stich mußte er ihn einen Augenblick herunterlassen: beim dritten aber konnte er sich nicht mehr halten, schrie und nahm den Schwanz zwischen die Beine. Wie das die Tiere sahen, meinten sie, alles wäre verloren, und fingen an zu laufen, jeder in seine Höhle: und hatten die Vögel die Schlacht gewonnen.

Da flog der Herr König und die Frau Königin heim zu ihren Kindern und riefen 'Kinder, seid fröhlich, eßt und trinkt nach Herzenslust, wir haben den Krieg gewonnen.' Die jungen Zaunkönige aber sagten 'noch essen wir nicht, der Bär soll erst vors Nest kommen und Abbitte tun und soll sagen, daß wir ehrliche Kinder sind.' Da flog der Zaunkönig vor das Loch des Bären und rief 'Brummbär, du sollst vor das Nest zu meinen Kindern gehen und Abbitte tun und sagen, daß sie ehrliche Kinder sind, sonst sollen dir die Rippen im Leib zertreten werden.' Da kroch der Bär in der größten Angst hin und tat Abbitte. Jetzt waren die jungen Zaunkönige erst zufrieden, setzten sich zusammen, aßen und tranken und machten sich lustig bis in die späte Nacht hinein.