O besedilu
Gora Simeli
- Vir
- Grimmove pravljice
- Avtor
- Jacob in Wilhelm Grimm
- Jezik branja
- English
- Jezik izvirnika
- Deutsch
- Čas branja
- 4 min branja
- Obseg
- 4 strani
- Naslov izvirnika
- Simeliberg
O izvirniku
Grimmove pravljice
Gozdovi, čarobni predmeti in ljudska logika evropske pripovedne tradicije. Bralni jezik je English, izvirnik pa prihaja iz vira Grimmove pravljice v jeziku Deutsch.
Besedilo
Gora Simeli
There were once two brothers, one rich and the other poor. But the rich brother gave the poor one nothing, and he had to scrape a meagre living by trading in grain. Often things went so badly for him that he had no bread for his wife and children. One day, as he was driving his cart through the forest, he caught sight of a great bare mountain to one side. Since he had never seen it before, he stopped and gazed at it in wonder. As he stood there, he saw twelve tall, fierce-looking men approaching. Thinking they must be robbers, he pushed his cart into the bushes, climbed a tree, and waited to see what would happen.
The twelve men went up to the mountain and cried, "Mount Semsi, Mount Semsi, open up." At once the bare mountain split open down the middle, and the twelve went inside. Once they were in, it closed behind them. A little while later it opened again, and the men came out carrying heavy sacks on their backs. When they were all out in the daylight again, they said, "Mount Semsi, Mount Semsi, close up." The mountain snapped shut, leaving no sign of an entrance, and the twelve went away.
When they were quite out of sight, the poor man climbed down from the tree, curious to know what secrets might be hidden inside the mountain. So he went up to it and said, "Mount Semsi, Mount Semsi, open up," and the mountain opened for him too. He stepped inside and found that the whole mountain was a cavern full of silver and gold, with great heaps of pearls and sparkling jewels piled up at the back like grain. The poor man did not know what to do, or whether he dared take any of the treasure. At last he filled his pockets with gold, but left the pearls and jewels where they lay. When he came out again, he too said, "Mount Semsi, Mount Semsi, close up." The mountain closed, and he drove his cart home.
Now he no longer had any need to worry, and with his gold he could buy bread for his wife and children, and wine as well. He lived happily and honestly, gave to the poor, and did good to everyone. But when the money ran out, he went to his brother, borrowed a bushel measure, and fetched some more, though he left the great treasures untouched. When he wanted to fetch some for the third time, he once again borrowed the bushel measure from his brother.
The rich brother had long been jealous of his prosperity and the fine household he had set up, and could not understand where his wealth came from or what his brother wanted with the bushel measure. So he thought of a trick and smeared the bottom of it with pitch. When the measure was returned, a gold coin was stuck inside. At once he went to his brother and asked, "What did you measure with the bushel?"
"Wheat and barley," the other replied. Then the rich man showed him the gold coin and threatened to take him to court unless he told the truth. So the poor man told him everything that had happened. The rich man immediately had a wagon harnessed and drove off, determined to make better use of the opportunity and bring back far finer treasures. When he reached the mountain, he cried, "Mount Semsi, Mount Semsi, open up." The mountain opened, and he went inside. All the riches lay before him, and for a long time he could not decide what to take first. At last he loaded himself with as many jewels as he could carry.
He wanted to carry his load outside, but his heart and mind were so full of the treasures that he had forgotten the mountain's name, and he cried, "Mount Simeli, Mount Simeli, open up." But that was not the right name, and the mountain did not stir, but remained closed. Then he grew frightened, but the longer he thought, the more confused he became, and all his treasures were of no use to him now.
In the evening the mountain opened, and the twelve robbers came in. When they saw him, they laughed and cried, "So, little bird, we've caught you at last! Do you think we didn't notice that you'd been in here twice before? We couldn't catch you then, but this third time you won't get out again." Then he cried, "It wasn't me, it was my brother!" But though he begged for his life and said all he could, they cut off his head.
Izvirnik
Simeliberg
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Ein Märchen der Brüder Grimm
Es waren zwei Brüder, einer war reich, der andere arm. Der Reiche aber gab dem Armen nichts, und er mußte sich vom Kornhandel kümmerlich ernähren; da ging es ihm oft so schlecht, daß er für seine Frau und Kinder kein Brot hatte. Einmal fuhr er mit seinem Karren durch den Wald, da erblickte er zur Seite einen großen, kahlen Berg, und weil er den noch nie gesehen hatte, hielt er still und betrachtete ihn mit Verwunderung. Wie er so stand, sah er zwölf wilde, große Männer daherkommen; weil er nun glaubte, das wären Räuber, schob er seinen Karren ins Gebüsch und stieg auf einen Baum und wartete, was da geschehen würde.
Die zwölf Männer gingen aber vor den Berg und riefen: "Berg Semsi, Berg Semsi, tu dich auf." Alsbald tat sich der kahle Berg in der Mitte voneinander, und die zwölfe gingen hinein, und wie sie drin waren, schloß er sich zu. Über eine kleine Weile aber tat er sich wieder auf, und die Männer kamen heraus und trugen schwere Säcke auf den Rücken, und wie sie alle wieder am Tageslicht waren, sprachen sie: "Berg Semsi, Berg Semsi, tu dich zu." Da fuhr der Berg zusammen, und war kein Eingang mehr an ihm zu sehen, und die zwölfe gingen fort.
Als sie ihm nun ganz aus den Augen waren, stieg der Arme vom Baum herunter und war neugierig, was wohl im Berg Heimliches verborgen wäre. Also ging er davor und sprach: "Berg Semsi, Berg Semsi, tu dich auf", und der Berg tat sich auch vor ihm auf. Da trat er hinein, und der ganze Berg war eine Höhle voll Silber und Gold, und hinten lagen große Haufen Perlen und blitzende Edelsteine, wie Korn aufgeschüttet. Der Arme wußte gar nicht, was er anfangen sollte und ob er sich etwas von den Schätzen nehmen dürfte; endlich füllte er sich die Taschen mit Gold, die Perlen und Edelsteine aber ließ er liegen. Als er wieder herauskam, sprach er gleichfalls: "Berg Semsi, Berg Semsi, tu dich zu", da schloß sich der Berg, und er fuhr mit seinem Karren nach Haus.
Nun brauchte er nicht mehr zu sorgen und konnte mit seinem Golde für Frau und Kind Brot und auch Wein dazu kaufen, lebte fröhlich und redlich, gab den Armen und tat jedermann Gutes. Als aber das Geld zu Ende war, ging er zu seinem Bruder, lieh einen Scheffel und holte sich von neuem; doch rührte er von den großen Schätzen nichts an. Wie er sich zum drittenmal etwas holen wollte, borgte er bei seinem Bruder abermals den Scheffel.
Der Reiche war aber schon lange neidisch über sein Vermögen und den schönen Haushalt, den er sich eingerichtet hatte, und konnte nicht begreifen, woher der Reichtum käme und was sein Bruder mit dem Scheffel anfinge. Da dachte er eine List aus und bestrich den Boden mit Pech, und wie er das Maß zurückbekam, so war ein Goldstück darin hängengeblieben. Alsbald ging er zu seinem Bruder und fragte ihn: "Was hast du mit dem Scheffel gemessen?"
"Korn und Gerste", sagte der andere. Da zeigte er ihm das Goldstück und drohte ihm, wenn er nicht die Wahrheit sagte, so wollt er ihn beim Gericht verklagen. Er erzählte ihm nun alles, wie es zugegangen war. Der Reiche aber ließ gleich einen Wagen anspannen, fuhr hinaus, wollte die Gelegenheit besser benutzen und ganz andere Schätze mitbringen. Wie er vor den Berg kam, rief er: "Berg Semsi, Berg Semsi, tu dich auf." Der Berg tat sich auf, und er ging hinein. Da lagen die Reichtümer alle vor ihm, und er wußte lange nicht, wozu er am ersten greifen sollte, endlich lud er Edelsteine auf, soviel er tragen konnte.
Er wollte seine Last hinausbringen, weil aber Herz und Sinn ganz voll von den Schätzen waren, hatte er darüber den Namen des Berges vergessen und rief: "Berg Simeli, Berg Simeli, tu dich auf." Aber das war der rechte Name nicht, und der Berg regte sich nicht und blieb verschlossen. Da ward ihm angst, aber je länger er nachsann, desto mehr verwirrten sich seine Gedanken, und halfen ihm alle Schätze nichts mehr.
Am Abend tat sich der Berg auf, und die zwölf Räuber kamen herein, und als sie ihn sahen, lachten sie und riefen: "Vogel, haben wir dich endlich, meinst du, wir hätten's nicht gemerkt, daß du zweimal hereingekommen bist, aber wir konnten dich nicht fangen, zum drittenmal sollst du nicht wieder heraus." Da rief er: "Ich war's nicht, mein Bruder war's", aber er mochte bitten um sein Leben und sagen, was er wollte, sie schlugen ihm das Haupt ab.
Nadaljuj z branjem