Waltey

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Deliti veselje in žalost

Grimmove pravljice · Jacob in Wilhelm Grimm
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O besedilu

Deliti veselje in žalost

Vir
Grimmove pravljice
Avtor
Jacob in Wilhelm Grimm
Jezik branja
English
Jezik izvirnika
Deutsch
Čas branja
2 min branja
Obseg
2 strani
Naslov izvirnika
Lieb und Leid teilen

O izvirniku

Grimmove pravljice

Gozdovi, čarobni predmeti in ljudska logika evropske pripovedne tradicije. Bralni jezik je English, izvirnik pa prihaja iz vira Grimmove pravljice v jeziku Deutsch.

Besedilo

Deliti veselje in žalost

Once upon a time there was a tailor who was a quarrelsome fellow, and his wife, who was good, hardworking, and devout, could never do anything to please him. Whatever she did, he was dissatisfied, and grumbled, scolded, pulled her hair, and beat her. When the authorities at last heard of it, they summoned him and had him put in prison so that he might mend his ways. He spent some time on bread and water, then was set free again, but had to promise that he would no longer beat his wife, but would live peacefully with her and share her joys and sorrows, as married people ought. For a while all went well, but then he fell back into his old ways and became sullen and quarrelsome. And since he was not allowed to beat her, he tried to seize her by the hair and pull it. His wife slipped away from him and ran out into the yard, but he chased after her with his yardstick and scissors, drove her round and round, and hurled the yardstick and scissors, and whatever else came to hand, after her. Whenever he hit her, he laughed, and whenever he missed, he raged and stormed. He kept this up until the neighbours came to his wife's aid. The tailor was summoned before the authorities again and reminded of his promise. 'Good sirs,' he replied, 'I have kept my promise. I have not beaten her, but have shared joys and sorrows with her.' 'How can that be,' said the judge, 'when she has once again brought such grave complaints against you?' 'I did not beat her. I merely wished to comb her hair with my hand, because she looked so peculiar; but she slipped away from me and wickedly deserted me. So I hurried after her and, to bring her back to her duty, threw whatever happened to be at hand after her as a well-meant reminder. I shared joys and sorrows with her too, for whenever I hit her, it was a joy to me and a sorrow to her; but whenever I missed, it was a joy to her and a sorrow to me.' The judges were not satisfied with this answer, but saw to it that he received his just deserts.

Izvirnik

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Ein Märchen der Brüder Grimm

Es war einmal ein Schneider, der war ein zänkischer Mensch, und seine Frau, die gut, fleißig und fromm war, konnte es ihm niemals recht machen. Was sie tat, er war unzufrieden, brummte, schalt, raufte und schlug sie. Als die Obrigkeit endlich davon hörte, ließ sie ihn vorfordern und ins Gefängnis setzen, damit er sich bessern sollte. Er saß eine Zeitlang bei Wasser und Brot, dann wurde er wieder freigelassen, mußte aber geloben, seine Frau nicht mehr zu schlagen, sondern friedlich mit ihr zu leben, Lieb und Leid zu teilen, wie sichs unter Eheleuten gebührt. Eine Zeitlang ging es gut, dann aber geriet er wieder in seine alte Weise, war mürrisch und zänkisch. Und weil er sie nicht schlagen durfte, wollte er sie bei den Haaren packen und raufen. Die Frau entwischte ihm und sprang auf den Hof hinaus, er lief aber mit der Elle und Schere hinter ihr her, jagte sie herum und warf ihr die Elle und Schere, und was ihm sonst zur Hand war, nach. Wenn er sie traf, so lachte er, und wenn er sie fehlte, so tobte und wetterte er. Er trieb es so lange, bis die Nachbarn der Frau zu Hilfe kamen. Der Schneider ward wieder vor die Obrigkeit gerufen und an sein Versprechen erinnert. 'Liebe Herren,' antwortete er, 'ich habe gehalten, was ich gelobt habe, ich habe sie nicht geschlagen, sondern Lieb und Leid mit ihr geteilt.' 'Wie kann das sein,' sprach der Richter, 'da sie abermals so große Klage über Euch führt?' 'Ich habe sie nicht geschlagen, sondern ihr nur, weil sie so wunderlich aussah, die Haare mit der Hand kämmen wollen: sie ist mir aber entwichen und hat mich böslich verlassen. Da bin ich ihr nachgeeilt und habe, damit sie zu ihrer Pflicht zurückkehre, als eine gutgemeinte Erinnerung nachgeworfen, was mir eben zur Hand war. Ich habe auch Lieb und Leid mit ihr geteilt, denn sooft ich sie getroffen habe, ist es mir lieb gewesen und ihr leid: habe ich sie aber gefehlt, so ist es ihr lieb gewesen, mir aber leid.' Die Richter waren mit dieser Ant wort nicht zufrieden, sondern ließen ihm seinen verdienten Lohn auszahlen.