Waltey

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Jagnjiček in ribica

Grimmove pravljice · Jacob in Wilhelm Grimm
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O besedilu

Jagnjiček in ribica

Vir
Grimmove pravljice
Avtor
Jacob in Wilhelm Grimm
Jezik branja
English
Jezik izvirnika
Deutsch
Čas branja
4 min branja
Obseg
3 strani
Naslov izvirnika
Das Lämmchen und Fischchen

O izvirniku

Grimmove pravljice

Gozdovi, čarobni predmeti in ljudska logika evropske pripovedne tradicije. Bralni jezik je English, izvirnik pa prihaja iz vira Grimmove pravljice v jeziku Deutsch.

Besedilo

Jagnjiček in ribica

Once upon a time there were a little brother and sister who loved each other dearly. Their own mother was dead, however, and they had a stepmother who bore them no goodwill and secretly did them every harm she could. One day the two were playing with other children in a meadow in front of the house. Beside the meadow lay a pond that reached right up to one side of the house. The children ran about, chasing one another and playing a counting-out game:

“Eneke, Beneke, let me live, my little bird to you I’ll give. Little bird shall find me straw, straw I’ll give the little cow, little cow shall give me milk, milk I’ll give the baker then, baker shall bake me a cake, cake I’ll give the little cat, little cat shall catch me mice, mice I’ll hang up in the smoke and cut myself a slice.”

As they said this, they stood in a circle, and whoever the word “slice” fell upon had to run away, while the others chased after and caught them. As they skipped about so merrily, their stepmother watched from the window and grew angry. Knowing the arts of witchcraft, she cast a spell on them both, turning the little brother into a fish and the little sister into a lamb. The little fish swam to and fro in the pond, full of sorrow, and the little lamb wandered to and fro in the meadow, full of sorrow, eating nothing and leaving every blade of grass untouched. A long time passed in this way, until one day visitors came to the castle. The wicked stepmother thought, “Now is my chance.” She called the cook and said to him, “Go and fetch the lamb from the meadow and slaughter it. We have nothing else for the guests.” So the cook went and fetched the little lamb, led it into the kitchen, and bound its little feet. It bore all this patiently. But when he had drawn his knife and was sharpening it on the threshold, ready to kill it, the lamb saw a little fish swimming to and fro in the water beside the kitchen drain, looking up at it. This was its little brother, for when the little fish had seen the cook leading the lamb away, it had swum along through the pond as far as the house. Then the little lamb called down, “Oh, little brother in the waters deep, how sorely does my poor heart weep!

The cook is sharpening his knife, he means to pierce my heart and take my life.” The little fish answered, “Oh, little sister up on high, how sorely does my poor heart cry, here in the waters deep!”

When the cook heard that the little lamb could speak and was calling such sorrowful words down to the little fish, he was frightened. He thought it could be no ordinary lamb, but must have been bewitched by the wicked woman of the house. So he said, “Be still; I will not slaughter you.” He took another animal and prepared it for the guests, then brought the little lamb to a kind peasant woman and told her all he had seen and heard. Now this woman had once been the little sister’s nurse, and she guessed at once who the lamb must be. She took it to a wise woman, who spoke a blessing over the little lamb and the little fish, restoring them to their human forms. Afterward she led them both into a great forest, to a little cottage where they lived in solitude, but contented and happy.

Izvirnik

Das Lämmchen und Fischchen

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Ein Märchen der Brüder Grimm

Es war einmal ein Brüderchen und Schwesterchen, die hatten sich herzlich lieb. Ihre rechte Mutter war aber tot, und sie hatten eine Stiefmutter, die war ihnen nicht gut und tat ihnen heimlich alles Leid an. Es trug sich zu, daß die zwei mit andern Kindern auf einer Wiese vor dem Haus spielten, und an der Wiese war ein Teich, der ging bis an die eine Seite vom Haus. Die Kinder liefen da herum, kriegten sich und spielten Abzählens:

'Eneke, Beneke, lat mi liewen,

will di ock min Vügelken giewen.

Vügelken sall mi Strau söken,

Serau will ick den Köseken giewen,

Köseken sall mie Melk giewen,

Melk will ich den Bäcker giewen,

Bäcker sall mie 'n Kocken backen,

Kocken will ick den Kätken giewen,

Kätken sall mie Müse fangen,

Müse will ick in 'n Rauck hangen

un will se anschnien.'

Dabei standen sie in einem Kreis, und auf welchen nun das Wort 'anschnien' fiel, der mußte fortlaufen, und die anderen liefen ihm nach und fingen ihn. Wie sie so fröhlich dahinsprangen, sahs die Stiefmutter vom Fenster mit an und ärgerte sich. Weil sie aber Hexenkünste verstand, so verwünschte sie beide, das Brüderchen in einen Fisch und das Schwesterchen in ein Lamm. Da schwamm das Fischchen im Teich hin und her, und war traurig, das Lämmchen ging auf der Wiese hin und her, und war traurig und fraß nicht und rührte kein Hälmchen an. So ging eine lange Zeit hin, da kamen fremde Gäste auf das Schloß. Die falsche Stiefmutter dachte 'jetzt ist die Gelegenheit gut,' rief den Koch und sprach zu ihm 'geh und hol das Lamm von der Wiese und schlachts, wir haben sonst nichts für die Gäste.' Da ging der Koch hin und holte das Lämmchen und führte es in die Küche und band ihm die Füßchen; das litt es alles geduldig. Wie er nun sein Messer herausgezogen hatte und auf der Schwelle wetzte, um es abzustechen, sah es, wie ein Fischlein in dem Wasser vor dem Gossenstein hin und her schwamm und zu ihm hinaufblickte. Das war aber das Brüderchen, denn als das Fischchen gesehen hatte, wie der Koch das Lämmchen fortführte, war es im Teich mitgeschwommen bis zum Haus. Da rief das Lämmchen hinab

'ach Brüderchen im tiefen See,

wie tut mir doch mein Herz so weh!

der Koch, der wetzt das Messer,

will mir mein Herz durchstechen.'

Das Fischchen antwortete

'ach Schwesterchen in der Höh,

wie tut mir doch mein Herz so weh

in dieser tiefen See!'

Wie der Koch hörte, daß das Lämmchen sprechen konnte um! so traurige Worte zu dem Fischchen hinabrief, erschrak er und dachte, es müßte kein natürliches Lämmchen sein, sondern wäre von der bösen Frau im Haus verwünscht. Da sprach er 'sei ruhig, ich will dich nicht schlachten,' nahm ein anderes Tier und bereitete das für die Gäste, und brachte das Lämmchen zu einer guten Bäuerin, der erzählte er alles, was er gesehen und gehört hatte. Die Bäuerin war aber gerade die Amme von dem Schwesterchen gewesen, vermutete gleich, wers sein würde, und ging mit ihm zu einer weisen Frau. Da sprach die weise Frau einen Segen über das Lämmchen und Fischchen, wovon sie ihre menschliche Gestalt wiederbekamen, und danach führte sie beide in einen großen Wald in ein klein Häuschen wo sie einsam, aber zufrieden und glücklich lebten.