Waltey

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Glasniki smrti

Grimmove pravljice · Jacob in Wilhelm Grimm
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O besedilu

Glasniki smrti

Vir
Grimmove pravljice
Avtor
Jacob in Wilhelm Grimm
Jezik branja
English
Jezik izvirnika
Deutsch
Čas branja
3 min branja
Obseg
3 strani
Naslov izvirnika
Die Boten des Todes

O izvirniku

Grimmove pravljice

Gozdovi, čarobni predmeti in ljudska logika evropske pripovedne tradicije. Bralni jezik je English, izvirnik pa prihaja iz vira Grimmove pravljice v jeziku Deutsch.

Besedilo

Glasniki smrti

Long ago, a giant was walking along the high road when a stranger suddenly sprang into his path and cried, “Stop! Not another step!” “What!” said the giant. “You little wretch, whom I could crush between my fingers—do you mean to bar my way? Who are you, to speak so boldly?” “I am Death,” replied the other. “No one withstands me, and you too must obey my commands.” But the giant refused and began to wrestle with Death. It was a long and fierce struggle, but at last the giant gained the upper hand and struck Death down with his fist, so that he collapsed beside a stone. The giant went on his way, while Death lay there defeated, so weak that he could not rise again. “What will become of things,” he said, “if I am left lying here in this corner? No one in the world will die, and it will grow so crowded with people that they will no longer have room to stand side by side.” Just then a young man came along the road, hale and hearty, singing a song and looking about him. When he caught sight of the half-conscious stranger, he went over to him in pity, helped him sit up, gave him a strengthening draught from his flask, and waited until his strength returned. “Do you know,” asked the stranger as he rose, “who I am, and whom you have helped back onto his feet?” “No,” answered the young man, “I do not know you.” “I am Death,” he said. “I spare no one, and I cannot make an exception for you. But to show you that I am grateful, I promise not to take you unawares. Before I come to fetch you, I shall first send you my messengers.” “Well then,” said the young man, “it is something, at least, to know when you are coming, and to be safe from you until then.” So he went on his way, merry and lighthearted, and lived without a care for the morrow. But youth and health did not last long. Soon sickness and pain came, tormenting him by day and robbing him of rest at night. “I shall not die,” he said to himself, “for Death must send his messengers first. I only wish these wretched days of illness were over.” As soon as he felt well again, he returned to his life of pleasure. Then one day someone tapped him on the shoulder. He turned and saw Death standing behind him. “Follow me,” said Death. “The hour has come for you to leave this world.” “What!” answered the man. “Would you break your word? Did you not promise to send your messengers before you came yourself? I have seen none.” “Be silent,” replied Death. “Have I not sent you messenger after messenger? Did not fever come and seize you, shake you, and cast you down? Did not dizziness make your head reel? Did not gout torment your every limb? Was there no roaring in your ears? Did not toothache gnaw at your cheeks? Does your sight not grow dim? And besides all this, did not my own brother, Sleep, remind you of me every evening? Did you not lie at night as though you were already dead?” The man had no answer. He submitted to his fate and went away with Death.

Izvirnik

Die Boten des Todes

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Ein Märchen der Brüder Grimm

Vor alten Zeiten wanderte einmal ein Riese auf der großen Landstraße, da sprang ihm pIötzlich ein unbekannter Mann entgegen und rief 'halt! keinen Schritt weiter!' 'Was,' sprach der Riese, 'du Wicht, den ich zwischen den Fingern zerdrücken kann, du willst mir den Weg vertreten? Wer bist du, daß du so keck reden darfst?' 'Ich bin der Tod,' erwiderte der andere, 'mir widersteht niemand, und auch du mußt meinen Befehlen gehorchen.' Der Riese aber weigerte sich und fing an mit dem Tode zu ringen. Es war ein langer heftiger Kampf, zuletzt behielt der Riese die Oberhand und schlug den Tod mit seiner Faust nieder, daß er neben einen Stein zusammensank. Der Riese ging seiner Wege, und der Tod lag da besiegt und war so kraftlos, daß er sich nicht wieder erheben konnte. 'Was soll daraus werden,' sprach er, 'wenn ich da in der Ecke liegen bleibe? es stirbt niemand mehr auf der Welt, und sie wird so mit Menschen angefüllt werden, daß sie nicht mehr Platz haben, nebeneinander zu stehen.' Indem kam ein junger Mensch des Wegs, frisch und gesund, sang ein Lied und warf seine Augen hin und her. Als er den halb Ohnmächtigen erblickte, ging er mitleidig heran, richtete ihn auf, flößte ihm aus seiner Flasche einen stärkenden Trank ein und wartete, bis er wieder zu Kräften kam. 'Weißt du auch,' fragte der Fremde, indem er sich aufrichtete, 'wer ich bin, und wem du wieder auf die Beine geholfen hast?' 'Nein,' antwortete der Jüngling, 'ich kenne dich nicht.' 'Ich bin der Tod,' sprach er, 'ich verschone niemand und kann auch mit dir keine Ausnahme machen. Damit du aber siehst, daß ich dankbar bin, so verspreche ich dir, daß ich dich nicht unversehens überfallen, sondern dir erst meine Boten senden will, bevor ich komme und dich abhole.' 'Wohlan,' sprach der Jüngling, 'immer ein Gewinn, daß ich weiß, wann du kommst, und so lange wenigstens sicher vor dir bin.' Dann zog er weiter, war lustig und guter Dinge und lebte in den Tag hinein. Allein Jugend und Gesundheit hielten nicht lange aus, bald kamen Krankheiten und Schmerzen, die ihn bei Tag plagten und ihm nachts die Ruhe wegnahmen. 'Sterben werde ich nicht,' sprach er zu sich selbst, 'denn der Tod sendet erst seine Boten, ich wollte nur, die bösen Tage der Krankheit wären erst vorüber.' Sobald er sich gesund fühlte, fing er wieder an in Freuden zu leben. Da klopfte ihn eines Tages jemand auf die Schulter: er blickte sich um, und der Tod stand hinter ihm und sprach 'folge mir, die Stunde deines Abschieds von der Welt ist gekommen.' 'Wie,' antwortete der Mensch, 'willst du dein Wort brechen? hast du mir nicht versprochen, daß du mir, bevor du selbst kämest, deine Boten senden wolltest? ich habe keinen gesehen.' 'Schweig,' erwiderte der Tod, 'habe ich dir nicht einen Boten über den andern geschickt? kam nicht das Fieber, stieß dich an, rüttelte dich und warf dich nieder? hat der Schwindel dir nicht den Kopf betäubt? zwickte dich nicht die Gicht in allen Gliedern? brauste dirs nicht in den Ohren? nagte nicht der Zahnschmerz in deinen Backen? wird dirs nicht dunkel vor den Augen? Über das alles, hat nicht mein leiblicher Bruder, der Schlaf, dich jeden Abend an mich erinnert? lagst du nicht in der Nacht, als wärst du schon gestorben?' Der Mensch wußte nichts zu erwidern, ergab sich in sein Geschick und ging mit dem Tode fort.